Deppenleerzeichen

Das Deppenleerzeichen beschreibt eine Leerstelle, wo keine hingehört. Ihnen wird auch schon mal aufgefallen sein: Immer häufiger steht auf dem Milchkarton "Voll Milch", obwohl der nie wirklich voll ist, der Karton. Gemeint ist natürlich wie früher auch "Vollmilch". In den meist bläulichen Verpackungen ist natürlich keine Bergmilch, sondern "Alpenmilchschokolade" oder "Alpen-Milchschokolade" oder auch "Alpenmilch-Schokolade" aber sicher keine "Alpenmilch Schokolade".

Aber nicht nur bei Nahrungsmitteln findet man Worte getrennt, die eigentlich eins sind: "Bundesliga Spiele", "Haupt Straße", "Auto Wäsche", "Stadtteil Zentrum", "Web Designer" oder auch "Handy Vertrag". All diese Worte werden ohne Leerzeichen geschrieben. Man kann solchen Worten der besseren Lesbarkeit wegen durchaus einen Bindestrich verpassen, aber noch besser man verzichtet auch darauf. Dann hat man ganz einfach ein "Stadtteilzentrum" in der "Hauptstraße" und kündigt nach der "Autowäsche" noch seinen "Handyvertrag".

 

Übrigens: Auch wenn man solche Worte am Ende einer Zeile trennen will oder muss, entstehen dabei niemals zwei Worte. Es wird vielmehr ein Bindestrich eingefügt, wie das auch bei allen anderen Worten üblich ist. Beispiel: man kann an|hand der senk|rech|ten Li|nien er|ken|nen, wo hier ge|tren|nt wer|den darf, das gilt auch für das "Sonn|tags|spiel" und den "Foul|elf|meter". Ein "Sonntags Spiel" gibt es nämlich nicht, wie auch keinen "Foul Elfmeter".

Bleibt noch die Frage nach der künstlerischen Freiheit des Gestalters. Hier stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Verständlichkeit und die Lesbarkeit an erster Stelle stehen. Mit ein wenig gutem Willen und einem gesunden Sprachverständnis kann man auch ohne mutwillige Trennung zusammengesetzter Worte gute Gestaltung schaffen. Auf geht's!

Mehr zu diesem Thema gibt es bei Wikipedia und nach einer Google-Suche.

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